mercoledì 3 ottobre 2018

Gedanken über Glückseligkeit nach einem Gespräch mit einem „Network Marketer“ - Ferdinand Graziotto

Gedanken nach einem Gespräch mit einem „Network Marketer“ 

Die finanzielle Unabhängigkeit scheint zur Glückseligkeit unserer Zeit zu werden, etwas, worauf wir alle ein „Recht“ haben. Immer wieder treffe ich auf sogenannte „Network Marketer“, meistens 18-20-Jährige, die versuchen, zu erklären, dass sie „Personal Manager“ einer großen Firma seien. Schon jetzt wird der normal denkende Mensch stutzig, alle seriösen Personal Manager, die ich kenne, sind mindestens 30 und haben keine Zeit, Leute auf der Straße anzusprechen und ihnen damit ihre Zeit zu stehlen. Sie versuchen einen dann zumeist von einem im Normalfall sinnlosen Produkt zu überzeugen, wie z. B. Vitamin-C Tabletten oder noch besser Trading Algorithmen, die angeblich permanent 3-20% Rendite ausschütten würden (mal ehrlich, kein Algorithmus oder Broker, der das von sich behaupten kann, hätte es nötig sich durch „Network Marketing“ vermarkten zu lassen). Forscht man weiter, sind die Chefs dieser Firmen zumeist Leute, die schon mehrmals wegen anderer rechtswidriger Geschäftskonzepte hoch gegangen sind, die ihr Schneeballsystem bloß mittlerweile hinter ihren Scheinprodukten so gut verkappen, dass es ewig braucht, bis sie Probleme mit den Behörden bekommen und jeder, der nicht in der untersten Reihe des Systems ist, verdient, mancher mehr, mancher weniger. Das Problem dabei geht allerdings viel weiter, als dass es strafbar ist und Menschen am Ende der Kette Geld verlieren. Wirklich gefährlich ist es, dass jungen, ambitionierten, eventuell etwas naiven Menschen ein „Mindset“ indoktriniert wird, das sie kaputt macht. Gelockt wird durch die viel versprechende finanzielle Unabhängigkeit, arbeiten von wo aus auch immer man möchte und zu flexiblen Zeiten. Dass die Arbeit illegal, völlig inhaltslos und vermutlich langweilig ist (stelle ich mir zumindest nicht so toll vor, den ganzen Tag Leute zu bequatschen), sagt man ihnen nicht. Man sagt ihnen, in diesem Leben könne man alles erreichen, was man möchte, wenn man nur diszipliniert genug sei. Es werden dann tolle Geschichten erzählt, wie die von Steve Jobs oder Elon Musk. Dass allerdings 95% der Superreichen einen Abschluss von einer Spitzenuniversität haben, sagt man ihnen nicht, genau so wenig erzählt man ihnen von den tausenden Menschen, die es nicht geschafft haben und zwar nicht, weil sie aufgegeben haben oder zu faul waren, sondern weil es eben nicht eine Millionen A-Promis geben kann, genau so wenig wie eine Milliarde Milliardäre, außer es kommt zu einer Superinflation. 
Von Gedanken wie Demut und Aufopferung wollen wir gar nicht erst anfangen, das sind schließlich die „Schwächen“ der Armen, die nicht verstanden haben, dass nur finanziell Unabhängige glücklich sind, am besten also keiner mehr arbeiten sollte, sondern alle nur noch spekulieren sollten. Dass dann die Wirtschaft zusammenbrechen würde und es nichts mehr zum Spekulieren gäbe, scheint nicht von Interesse zu sein. Genau so wenig wie der absolute Fachkräftemangel in einfachen Berufen, ohne die unsere Gesellschaft nicht funktioniert, und der steigende Trend der Kapitalakkumulation in westlichen Regionen bei gleichzeitig absoluter Verarmung anderer Teile der Welt. 
Und nein, es stimmt nicht, dass wir nur helfen können, wenn wir etwas geben können. Die Lösung liegt vielmehr darin weniger zu nehmen, weniger zu brauchen, die Ursache, nicht die Symptome zu bekämpfen: Ein George Soros, der einen Marshall-Plan für Afrika vorschlägt, wird als Kommunist abgestempelt, genau wie Papst Franziskus, der auf die Missstände dieser Welt hinweist. Denn es ist natürlich leichter, die Schuld auf andere zu schieben, als selber Verantwortung zu übernehmen, außer für das eigene „Business“. 
Es werden also lauter jungen Leuten gute Sachen eingetrichtert, wie, dass man hart arbeiten muss, dass Erfolg nicht über Nacht kommt und man Durchhaltevermögen und Disziplin braucht, ohne ihnen jedoch etwas aufzuzeigen, für dass es sich wirklich lohnen würde, Disziplin aufzuwenden. Ihnen wird kein Verständnis für Wirtschaft, Staat und Politik vermittelt, sondern nur eines für ihren finanziellen Erfolg, was sie zu Sklaven ihrer eigenen Befindlichkeiten macht, unter dem Schutzmantel der idealistischen Illusion, etwas ganz Besonderes zu sein, zur Elite zu gehören, abgelöst vom veralteten System, dessen Rechtswesen und der Integrität. Dies führt dazu, dass wenn Ihr „Business“ irgendwann als illegal entpuppt wird, sie ohne Abschluss und Lebensinhalt dastehen und ihre Ideale Geld und Erfolg sind, anstelle von Nächstenliebe, Demut und Gehorsam. Letzterer jedoch macht uns wirklich frei, frei von unseren Befindlichkeiten und unseren Trieben, er öffnet uns für eine Freiheit im Geiste, für eine Glückseligkeit, die unabhängig ist von Ehre, Reichtum und Gesundheit und in der wir das Sein als Gabe und Geschenk betrachten können und so den ontologischen Wert jedes einzelnen wertschätzen lernen, der nicht vom Intellekt, der Effizienz, der Sportlichkeit oder dem Vermögen abhängt, sondern durch das Sein selbst jedem gegeben ist. 
Durch solch eine Art und Weise zu denken fällt auf, dass die eigentlich Frage, die wir uns stellen sollten lautet „Was brauche ich, um glücklich zu sein?“ und wir uns fragen sollten, ob wir wirklich so sehr an unseren absoluten Überfluss hängen, sodass wir damit verantworten wollen, dass große Teile der Bevölkerung dieser Erde permanent ausgenutzt werden und hungern. Betrachtet man die prekäre Situation in vielen armen und durch Krieg belasteten Regionen dieser Erde, so wird einem klar vor Augen geführt, dass man in diesem Leben nicht alles haben kann, was man möchte, nicht alles machen kann, was man möchte und dass dies auch gar nicht wünschenswert ist. 

Finanzielle Unabhängigkeit ist kein Recht, sondern Luxus. Ein Luxus, den nicht nur „Network Marketer“ auf Kosten anderer genießen. Lasst uns also aufhören, nach einem Leben im Überfluss zu streben, sondern vielmehr nach einem erfüllten und im Herzen freien Leben und lasst uns dankbar sein für das, was wir haben und es mit anderen teilen, statt immer nach dem Ultimativen zu streben. In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Abend und eine gute Nacht!

Traduzione italiana (un po' libera, come tutte le traduzioni) di Roberto Graziotto 

 Alcuni pensieri, scritti di notte, dopo aver parlato con un "Network Marketer"

#youcandoeverythingyouwant
#andwhythatisnottrue

L'indipendenza finanziaria sembra essere la felicità del nostro tempo, qualcosa per la quale tutti noi dovremmo aver un "diritto". Spesso mi capita di incontrare un cosiddetto "network marketer", che ha per lo più tra i 18 e i 20 anni di età e che sta cercando di spiegare, alla gene che passa per strada, che è il "direttore del personale" di una grande azienda. Anche solo con un po' di buon senso ti viene il sospetto che ciò non può essere vero: tutti i veri responsabili del personale che conosco hanno almeno 30 anni e non hanno tempo per parlare con la gente per strada e, per così dire, di rubare il loro tempo. Se poi si pone attenzione a quali prodotti cercano di venderti ti accorgi che parlano di un prodotto normalmente senza senso, come compresse di vitamina C o meglio ancora algoritmi di negoziazione che avrebbero la magica capacità di darti un profitto del 3-20% (diciamocelo, nessun algoritmo o broker che davvero ottenesse tali risultati riterrebbe necessario commercializzarli attraverso una cosiddetta  "rete di commercializzazione" per strada ). Se si ricerca poi più precisamente, si vedrà che i capi di queste aziende sono per lo più persone che hanno fallito più volte, a causa di altre forme di business illegali, e che mascherano nel frattempo così bene i loro prodotti lucenti che ci vuole molto prima che si mettano di nuovo nei guai con le autorità. Queste persone, se non fanno parte dei livelli inferiori del sistema, guadagno in vero tutti, chi più, chi meno.  

Il problema va ben oltre il fatto che tutto ciò è punibile per legge e che le persone perdono denaro, se sono alla fine della catena di cui stiamo parlando. È davvero pericoloso che una mente giovane, ambiziosa, forse un po 'ingenua, sia indottrinata da una "mentalità" che la distrugge. La curiosità sollevata è dovuta alla promettente indipendenza finanziaria, al lavoro che si può svolgere in qualsiasi luogo e ai tempi flessibili. Che il lavoro sia illegale, completamente vuoto di contenuti e probabilmente noioso (almeno io non penso che sia bello parlare con le persone per tutto il giorno per strada), non te lo dicono. Dicono che in questa vita puoi ottenere tutto ciò che vuoi, se sei abbastanza disciplinato. Poi raccontano grandi storie, come quelle di Steve Jobs o Elon Musk. Tuttavia, che il 95% dei super-ricchi si è laureato in una università famosa, non gli è stato detto, né viene loro raccontato di migliaia di persone che non ce l'hanno fatta, non perché hanno rinunciato o erano troppo pigri, ma a causa del semplice fatto che non esistono milioni di celebrità di serie A, né miliardari di miliardari, a meno che non ci troviamo in un tempo di superinflazione.

Di pensieri come l'umiltà e il sacrificio di sé in certi ambienti non si vuole neppure sentire parlare, perché ciò sarebbe solo espressione della "debolezza" dei poveri, che non capiscono che solo le persone finanziariamente indipendenti sono felici, quindi nessuno dovrebbe più lavorare, ma tutti dovrebbe solo speculare con il denaro. Che poi l'economia, in tal caso, crollerebbe e non ci sarebbe più nulla da speculare, non sembra interessare. Come non si parla della carenza assoluta di lavoratori qualificati in professioni semplici, senza le quali la nostra società non funziona. Infine si tace la crescente tendenza all'accumulazione di capitale nelle regioni occidentali, che ha come conseguenza, allo stesso tempo, l'impoverimento assoluto di altre parti del mondo.

E non è vero che possiamo solo aiutare se possiamo dare qualcosa. La soluzione è piuttosto di sperperare di meno. Si tratta di combattere le cause, non di combattere i sintomi dei problemi: un George Soros, che ha proposto un Piano Marshall per l'Africa viene etichettato come comunista, proprio come Papa Francesco, che ci indica le miserie del mondo. Perché ovviamente è più facile incolpare gli altri che assumersi la responsabilità, tranne che per il proprio "business".
A volte vengono dette ai giovani cose buone come che si deve lavorare duro, che il successo non arriva durante la notte ed è necessario costanza e disciplina, ma senza mostrare loro qualcosa per cui valga davvero la pena di essere disciplinati. Non viene impartita ai giovani alcuna comprensione dell'economia, di governo e di politica, ma solo ciò che servirebbe al loro successo finanziario, e che invece li rende schiavi dei propri sentimenti, sotto il manto dell'illusione idealista di appartenere all'elite speciale, staccati dall' obsoleto sistema, cioè dal sistema legale e di integrità giuridica. Questo ha solo una conseguenza: dopo il fallimento ci si accorge di aver compiuto solamente un "business" illegale, di non aver alcuna laurea o formazione professionale.  Questo è il risultato delle nostre fatiche se nella vita gli ideali sono denaro e successo, invece di carità, umiltà e obbedienza. Quest'ultimi, però, ci rendono veramente liberi, liberi dei nostri sentimenti e dei nostri istinti, ci aprono ad un'autentica libertà nello spirito, per una felicità che è indipendente dall'onore, dalla ricchezza e dalla salute, e in cui possiamo considerare l'essere come un dono presente e così imparare ad apprezzare ogni valore ontologico che non dipende dall'intelletto, dall'efficienza, sportività o patrimonio, ma è dato a ciascuno, perché a ciascuno è donato l'essere.

Ci sorprendiamo in questo modo a comprendere un po' alla volta che la vera domanda che dovremmo porci è: "di cosa ho bisogno per essere felice?" E dovremmo chiederci se siamo davvero così attaccati alla nostra assoluta abbondanza (opulenza), così da accettare che gran parte della popolazione di questa terra viene sfruttata e affamata in modo permanente. Guardando la situazione precaria in molte regioni povere e devastate dalla guerra del mondo è chiaro che non puoi avere tutto ciò che vuoi in questa vita, non puoi fare tutto quello che vuoi e che tutto ciò non è per nulla desiderabile.

L'indipendenza finanziaria non è un diritto, ma un lusso. Un lusso che non solo i „Network Marketer“ (quelli che hanno successo) godono a spese degli altri. Quindi smettiamo di lottare per una vita di opulenza, ma piuttosto decidiamoci per una vita piena e sentita e siamo grati per ciò che abbiamo e condividiamolo con gli altri, invece di lottare sempre per il massimo standard di vita. In questo senso, vi auguro una buona serata e una buona notte!




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