venerdì 26 aprile 2019

Ewiges Leben und neue Anfänge - im Dialog mit Adrienne von Speyr

Leipzig. Zu Beginn des neuen Jahres, 1953, im Adrienne von Speyr's Tagebuch "Himmel und Erde, III", Punkt 2177, gibt es eine sehr schöne Meditation "über  vergängliche und ewige Zeit". Der Spiegel hat in letzter Zeit eine Umfrage darüber durchgeführt, wie viele Menschen, unter den Gläubigen und nicht nur unter den Ungläubigen, in Deutschland, noch immer an die in der christlichen Lehre gelehrten Wahrheiten glauben: Wenn man sie liest, steht man vor einer weit verbreiteten Krise, auch in Bezug auf das ewige Leben, das das Geschenk ist, das Jesus uns mit seinem Kommen in die Welt geben wollte. Ich glaube, dass die Voraussetzung des Glaubens, statt dessen Vorschlag, eine der Ursachen für die Krise ist. Ein weiterer ist die Abstraktion, mit der wir von den Wahrheiten des Glaubens sprechen. 

Zu Beginn des Jahres, im Frühjahr, aber auch zu Beginn eines jeden neuen Tages werden wir mit Neuanfängen konfrontiert; Adrienne erklärt uns genau, was sie bedeuten. Erst mit dem Sündenfall nimmt die Zeit den Charakter der Vergänglichkeit an, in der Schöpfung, die sehr gut war, gab es einen Wechsel zwischen Tag und Nacht, es gab einen Zeitablauf, der nicht den Modus der Vergänglichkeit hatte. Diese erste Art der Schöpfung ist für immer verloren, sagt Adrienne, die Bibel folgend. Die Vergänglichkeit der Zeit ist jedoch keine Verleugnung von Barmherzigkeit und Hoffnung: Gott hat uns nicht nur aus dem Paradies vertrieben, sondern uns auch Kleider gegeben, mit denen wir uns bedecken konnten, denn nach dem Fall haben wir uns für unsere Nacktheit geschämt. Das war sein erster Akt der Barmherzigkeit. Gott hat uns die Hoffnung gegeben, die symbolisch in jedem Anfang enthalten ist. Wir werden immer wieder  von unserer Unfähigkeit, einander zu lieben und uns zu lieben enttäuscht sein, aber der Fall der Sünde führt nicht zu einer natura totaliter corrupta.  Adrienne stellt die Hoffnung, die Gott uns gibt, auf diese Weise dar: "Das Kommende ist nicht bloss Vergängliches, Unvollkommenes und Hinfälliges, sondern vor allem eine Zeit, die angesichts der ewigen Zeit steht, Zeit des Menschen, die vor Gottes Zeit steht" (Adrienne). Und diese ist nicht allein "vor" (ante) uns, sondern es gibt eine Verflechtung, es gibt eine "Öffnung" zwischen diesen beiden Zeiten, eine Verflechtung der Hoffnung. Die ewige Zeit ist nicht da, um die Zeit des Menschen zu zerstören, sondern um ihr Würde und Wert zu verleihen. Die Hoffnung, von der Adrienne spricht, erkennt in der ewigen Zeit eine größere Wirklichkeit, aber was in der Ewigkeit größer ist, zeigt sich in "unserer Zeit" nicht nur als "Herrlichkeit Gottes", sondern auch als eine "Möglichkeit, schon im Vergänglichen aus dem Vorrat des Ewigen zu schöpfen".

Das bedeutet, dass bereits in der Schöpfung, wenn der Vater uns das Sein gratis gegeben hat, die "Welt aus der Hand Gottes entspringt, dass der Mensch sein Bild ist, dass unsere Zeit in Bezug auf seine Zeit vergeht", aber es vergeht nicht, als wäre die Gabe des Seins etwas Sinnloses. Adrienne setzt ihren Satz fort, indem sie sofort über die Erlösung spricht, aber ich möchte einen Moment lang auf dem ersten Schritt, dem der Schöpfung, bleiben. Bereichert durch Massimo Recalcati's (ein italienischer Psychoanalytiker) Lektionen über die Liebe, möchte ich darauf hinweisen, dass selbst die Triebe des Menschen, die nicht nur Instinkte des Überlebens und der Fortpflanzung sind, etwas Gutes sind. Der Mensch hat als Frau und als Mann einen Körper, und dieser Körper ist schön und in ihm gibt es Triebe, die auch von Gott geschaffen wurden. Ich glaube nicht, dass wir das Verlangen und die Triebe zur Sünde reduzieren können oder sollten. Wenn der junge Mann und die junge Frau entdecken, dass ihre Körper, die sie nicht sind, sondern haben, erregbar sind, entdecken sie nichts Böses. Wenn die Natur nicht totaliter corrupta (gänzlich verdorben) ist, dann ist auch die Art und Weise, Freude zu provozieren und zu empfangen, kein Ausdruck von Verderbnis,   sondern von Hoffnung. Recalcati verwendet das Bild des Buches: Der Mann, der sich vielleicht mehr für die "Stücke" des Körpers einer Frau interessiert (während die Frau vielleicht mehr ein ganzheitliches Interesse für den Mann hat), blättert durch die Frau, so als würde er durch ein Buch blättern, und entdeckt eine Vielzahl von Freuden, die nicht nur "Waffenstillstand vor dem Schmerz der Welt" (Lacan, Recalcati) sind, sondern auch die Entdeckung der Vielfalt als etwas Schönes. Nicht nur die eigene Kinder sind die Entdeckung einer schönen Vielfalt in Bezug auf dem eigenen Selbst, wenn man bereit ist, sie gehen zu lassen, sie los zu lassen, sondern auch der Körper, der auch im Alter seine Schönheit nicht verliert, sondern verändert, kann eine Quelle der Freude sein. Natürlich, wenn man Kinder hat, ist man manchmal müde und vielleicht wünscht sich in bestimmten Zeiten der Mann von seiner Frau das, was sie nicht geben kann, vielleicht weil sie eine Nacht lang auf ein krankes Kind aufgepasst hat, aber ich würde Freuds Beobachtung über die Unvereinbarkeit zwischen Liebe und Sex nicht zu einem Dogma machen. 

Es gibt keine Unvereinbarkeit zwischen "Liebe und der fetischistischen Natur des sexuellen Begehrens" (Recalcati), so dass man eine Liebhaberin für das sexuellen Begehrens bräuchte,  während man seine Frau weiterhin liebt. Wenn das Sein gratis in einer vergänglichen Zeit gegeben wird, dann gibt es auch Momente des Wartens. Warten als Einübung in die Gratuität. Diese Momente des Wartens sind für das Paar wichtig, zumal erotische Liebe ohne Warten nicht von Bedeutung ist. Wichtig ist, dass die Frau (aber sicherlich werden die Frauen auch etwas anderes ausdrucken wollen als meine männliche Perspektive) sich nicht ganz verliert in dem, was Recalcati die "libidinöse Entführung" nennt: Die Mutter ist nicht nur die Mutter, sondern auch die Frau, deshalb ist es wichtig, jene Phasen zu überwinden, in denen "das grundlegende Objekt des Begehrens nicht mehr der Partner, sondern das Kind ist". Das Kind darf die Mutter nicht für sich selbst entführen, die Mutter darf das Kind nicht so behandeln, als wäre es sein Partner. Sicherlich nicht nur die Geburt eines Kindes, sondern auch eine schlaflose Nacht wegen dieses Kindes, "neigt dazu, die Wunschstruktur des Paares zu verändern". Hier schleichen sich bestimmte Versuchungen ein, die sich in der Formel zusammenfassen lassen: Opfer darf das Begehren nicht leugnen. In einem anderen Buch unterscheidet Recalcati zwischen symbolisch-realem Opfer und fantastischem Opfer - das fantastische Opfer der eigenen Männlichkeit und/oder Weiblichkeit für die Karriere oder für Kinder ist eine der Ursachen für Krankheiten und sollte nicht mit dem symbolischen oder wirklichen Opfer verwechselt werden, ohne das es keine menschliche Wirken gäbe. 

Lasst uns nun mit Adrienne den Schritt der Erlösung wagen: "Unsere Zeit mit der Menschwerdung des Sohnes ist zum Wohnstatt Gottes geworden", des Sohnes, der in der Art und Weise der Exinanitio in die Welt kam, um die Ewigkeit in die Zeit hinein fließen zu lassen, und der in der Rückkehr zum Vater diese vergängliche Zeit, die sein Zuhause war, in die Ewigkeit zurückbringt. Dies geschieht auf die Weise der evangelischen Räten: Armut, Gehorsam und Jungfräulichkeit. Wenn man auf Christus schaut, werden die Ehegatten die Kraft finden, nicht in eine so genannte "triebhafte Entführung" zu fallen - auch wenn es aufregender sein kann, den Hintern oder die Brüste einer Frau, als ihre eigene müde Frau zu sehen, wenn jemand wirklich der Gratuität der Liebe treu ist, die in der Schöpfung und Erlösung geschenkt worden ist, obwohl sie nie frei von den Trieben ist (die irgendwie verwaltet werden müssen), wird er die Kraft finden müssen und können, die der Herr uns mit seiner armen, gehorsamen und jungfräulichen Liebe ständig gibt.

In meinem Leben habe ich immer einen besonderen Schutz der jungfräulichen Liebe des Herrn erlebt - in meiner Gymnasialzeit traf ich einmal, um Hausaufgaben zu erledigen mit einem Klassenkameraden. Dieser, ohne Hemmung, tat nichts, um die Tatsache zu verbergen, dass sein Glied, hinter seiner Hose, erregt war, aber das erregte mich nicht. Der Junge stellte sich dann als kein Freund heraus, sondern als einen gewalttätigen Kerl, der mich einmal mit dem Messer vor dem Tor der Schule erwartete. Von der Clique der Schulkameraden, die ein Mädchen benutzt haben, um mit ihr Oralsex zu haben - einer davon war dieser Junge, von dem ich spreche -, bin ich nie eingeladen worden; vielleicht weil er meine Hemmungen wahrgenommen hatte, haben sie mich nicht eingeladen zu ihrem pornographischen Treiben - dies habe ich immer für einen besonderen Schutz, der jungfräulichen Liebe Christi gehalten. Das bedeutet nicht, dass die Verfügbarkeit (falls vorhanden) dieses Mädchens nicht auch für mich erregend war, aber ich war nicht bereit, diese Erregung mit ihnen zu teilen. Nicht die Erregung, sondern ihr Einsatz - auf welcher Ebene der Gewalt auch immer  -  für orgiastische Handlungen ist eine Sünde. Im Allgemeinen würde ich sagen, dass wir jedes Mal sündigen, wenn wir Christus nicht in seinem doppelten, vielleicht dreifachen Gebot gehorchen: Liebt Gott, liebt einander, liebt euch selbst!  
In einer Fernsehserie (frei ab 16)  in Netflix über Frauen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Telefonistin tätig waren, wird eine Dreier Beziehung vorgestellt, die nicht gewalttätig sein will, sondern das Ergebnis wahrer Liebe, aber auch in der Serie selbst führt die Beziehung nicht zu dauerhafter Freude. Lassen Sie mich das theologisch als eine Hybris erklären, in der die Liebe nicht mehr imago Dei ist, sondern eine perverse Kopie der dreifaltigen Liebe!  

Gott gibt uns immer wieder Neuanfänge (ein neues Jahr, ein neuer Tag), damit wir nicht zu viel Zeit in dem, was war, verschwenden, sondern offen sind für neue Hoffnungen auf Gelingen in der Liebe zu uns selbst und zu anderen. "Unser Vertrauen auf die neu anbrechende Zeit Gottes muss viel mächtiger sein als unser Zählen und Berechnen" des Gelingens (Adrienne). Es gibt keine Schritte der Vollkommenheit, betont Adrienne, aber es gibt ein ständiges und immer wieder neues Geschenk des Seins umsonst, das uns die Hoffnung gibt, Werkzeuge Seiner rettenden Liebe zu werden: jetzt oder wann immer Gott es will. Es gibt sicherlich auch eine Zeit der Reue, aber diese darf nicht in einen Teufelskreis, in eine Entführung des Neuen fallen, sondern offen bleiben für die zuversichtliche Hoffnung, die es in jedem Anfang gibt! Incipit Vita Nova! Diese Hoffnung wird uns ständig im Hinblick auf unseren endgültigen Eintritt in die ewige Zeit gegeben, die nicht beginnt, sondern die übermäßige Überraschung einer kontinuierlichen Neuheit ist und die bereits jetzt im Blick der totalen Sympathie (Cesare Pavese), mit der wir die Wirklichkeit betrachten können, gegenwärtig ist! In unserem endgültigen Eingang in die Ewigkeit werden wir das, was wir uns mit unserer Seele, unserem Geist und unserem Körper gewünscht haben, das, was wir auf der Suche nach den Händen unserer Frau gesucht oder das, was mit unseren Händen für eine vergänglichen Zufriedenheit erreicht haben, den wahren Frieden und die wahre Freude finden! 

Wir müssen uns nicht zur kurzlebigen Begeisterung für das ewige Leben erziehen oder anderen erziehen wollen, die wiederum sehr flüchtig ist - aber wir müssen lernen, das ewige Leben als jenen Sauerteig zu sehen, der unseren Wunsch zu lieben und geliebt zu werden zur Reife bringt! Diese Erziehung ist keine Flucht in die Ewigkeit, sondern ein echter Aufenthalt in der Zeit, in unserer Zeit, mit Offenheit für Seine Zeit! Auch wenn der Optimismus nicht immer ein guter Ratgeber ist, die Hoffnung ist immer ein solcher: Denn sie ist die Gegenwart der unsterblichen Liebe in der vergänglichen Liebe und verwandelt sie in ein Sprungbrett, durch das  wir, aus Gnade (aus Gratis Liebe) in Seine immer größeren Gabe des Seins und der Zeit katapultiert werden können! In und über diese Zeit hinaus, die uns zum Leben gegeben wird! Christus ist der Sieger! Selbst wenn wir es nicht immer erkennen, weil wir durch unsere Vergänglichkeit abgelenkt sind! 

PS Dieser Artikel versucht die Gleichsetzung zwischen Sünde und Trieb (die Anziehungskraft der menschlichen Vielfalt zum Subjekt), der auch nicht mit Instinkt (das tierische Bedürfnis sich fortzupflanzen oder nicht zu sterben) gleichzusetzen ist, zu vermeiden. Zwei Bücher von Massimo Recalcati, haben mich zu dieser Intuition geleitet: Contro il sacrificio, Milano 2018 e Manteniamo il bacio, Milano 2019. In einem langen Gespräch mit meinem Sohn, haben wir diesen Punkt erörtert. Könnte man den Trieb als etwas "Neutrales" sehen, das zur echten Freude oder zur Sünde führten kann?  Oder ist der Trieb selbst etwas, das moralisch zu bewerten ist und somit das Potential zur Sündhaftigkeit besitzt? Ich wollte in dem Artikel diese Frage nicht philosophisch oder gar theologisch zu Ende denken (weil sonst sollten unendlich viel mehr Faktoren berücksichtigt werden), sondern nur ein Zeugnis auf Grund meiner Erfahrung geben, um eine Auseinandersetzung zu diesem Thema anzuregen. 

PS II Ganz wichtig um eine Auseinandersetzung mit der katholischen Lehre wäre der Vergleich von dem, was ich hier geschrieben haben, mit dem Aufsatz von Adrian Walker "Nexus Indissolubilis". A Balthasarian- Augustinian Meditation on the Spousal Embrances" (Washington 2019), der die These bezüglich "the role of the indissolubile nexus  between union and procreazione in constituing a spousal embrace" (S. 5) vertritt. Also es geht darum, dass beim Sex die Einheit unter den Zwei empfänglich ist für ein Kind, und dass sich zwei Leute dort schon mit dem potenziellen Kind als Drittem vereinigen. Und dass es ohne diese Komponente ein nur verkürzter Akt ist, dem der wahre Sinn fehlt. Adrian schafft dies zu vertreten ohne "the nature of carnal union per se" zu negieren. Und ohne in einer "doloristic opposition between "eros" and "agape" (S. 2) zu geraten. Er nimmt auch die Einheit zwischen der natürlichen (auch die "Infra-human creation") und der personalen Ebenen von Sex ernst. Und er führt uns in das balthasarianische Thema der Einheit zwischen Person und Sendung hinein. Mit Balthasar selbst fängt er seinen Aufsatz an, der in "Homo creatus est" (Einsiedeln, 1986, 291) die Verbindung zwischen Eros und Thanatos ausdrückt: "Wer zeugt, sagt nicht nur physiologisch, sondern irgendwo auch geistig Ja zu seinem Tod"; Balthasar verwendet keine fromme Sprache und ihm ist die Dimension der Lust ganz und gar präsent, auch wenn er diese in Verbindung zum Tod zur Sprache bringt, wenn er von "lustvollem Tod" spricht. Der Orgasmus selbst wird von Balthasar und Adrian als "kleiner Tod" gesehen. 

Mit meinem Plädoyer für das Ernstnehmen der Triebe, sowohl für die Frau wie auch für die Männer, wollte ich die katholische Lehre nicht in Frage stellen, sondern sie, in einem positiven Sinn "problematisieren". Ich kann mir vorstellen, dass viele beim Betrachten der katholischen Lehre, auch in dieser Interpretation von Adrian, empfinden das, was einer Freundin von mir so ausdruckt: "Eine Sache, die in mir ganz persönlich auch Abwehr erzeugt in Bezug auf die offizielle Lehre (hier durch Adrian erläutert), ist, dass die Frau dabei nur so ein passives Gefäß ist. Es braucht keinen weiblichen Orgasmus für Kinder - und es ist auch absolut nicht überraschend, dass in diesem Lichte weibliche Sexualität so ein kümmerliches Dasein im gesamten Diskurs hat. Was sich ändert zur Zeit, nicht im Sinne eine kämpferischen, sondern offenen, bejahenden Feminismus". 

Ferner ist nicht möglich heute, sich mit diesem Thema (Sex und Lehre) zu beschäftigen ohne auch die Skandale um der Pädophilie in der Kirche zu berücksichtigen, wie meine Freundin auch thematisiert: "ich meine, dass der Aspekt Liebe in Bezug auf Sex das wichtigste sein sollte. Und ich meine, dass hieraus auch logisch folgt, dass man Freiheit und aufrichtiges Einverständnis denknotwendig dabei haben muss. Und dass die Priester und andere, die Kinder missbrauchen, dabei nicht nur anderen Leuten furchtbares antun, sondern auch die eigentliche Botschaft der Liebe, gerade der Liebe und des freiwilligen Gebens, pervertieren".

Mein Zugang zu diesen Themen, im Allgemeinen und in diesem Artikel, ist meine Erfahrung und die Philosophie des Seins als gratis und freie Gabe der Liebe. Massimo Recalcati hilft mir einige Aspekte des Problems besser zu verstehen, zuerst hilft mir eine positive Haltung gegenüber triebhaften Wünsch zu vertreten , weil ein Diskurs, auch der richtigste, kann verwendet werden, um den Menschen zu knechten. Ich verweise hier auf die in dem Artikel gemachten Beispiele. In meiner Erfahrung  ist der unauflöslichen Nexus zwischen Sex und Fortpflanzung, aus Gnade, gewährleistet. Ich empfinde unsere Kinder als eine bereichernde Vielfalt, die in dem sexuellen Akt intendiert war. Und dennoch denke ich, dass in katholischen Kontext die Lust in der Hingabe (Balthasar), sowohl in der männlichen wie auch in der weiblichen Hingabe, zu wenig berücksichtig ist, mit Konsequenzen, die nur ertragen werden können, wenn das geschenkte Sein als Gabe, dir eine Kraft des Umsonst gibt, ohne die fast jegliche eheliche Beziehung in die Krise geraten würde. Ich zitiere weiterhin die oben genannten Freundin: "Wenn es um Liebe geht, dass sollte der Rahmen (und die Regeln oder wie man es nennen will) nicht so überbetont werden, sondern dann muss auch das, wie alles andere, daran gemessen werden, wieviel es wirklich mit Liebe und dem Anderen zu tun hat oder wieviel es mit Macht, Egoismus, Angst etc. zu tun hat. Und das ganz konkret, nicht als Symbol, sondern jedes mal für jede Person ganz eigen. So macht es für mich Sinn".  In diesen Worten ist ein wichtiges Kriterium entstanden: nur die Gratis Liebe entscheide ob einer Person würdig ist oder nicht. Besonders in einer Zeit, in der die Menschen nicht das Problem haben, ob sie regenkonform handeln, sondern ob sie liebenswürdig sind, ist es notwendig dieses Kriterium zu betonen. Und Sex für viele ist eben einer Sprache mit der sie verifizieren können, ob der Andere dich als liebenswürdig empfindet. 

Die symbolische Perspektive ist durchaus möglich, aber sie sollte nicht in einem "System" entarten, die die Gratis Liebe zu sehen verunmöglich, da wo sie sich konkret verwirklicht (auch zum Beispiel in einer homosexuellen Beziehung). Plädiere ich hier für ein modernistisches Abwerfen der katholischen Lehre? Nein! Dass hiesse, dass ich damit plädiere mein Leben wegzuwerfen; ich suche nur einen Weg, authentisch, alle Faktoren, die im Spiel sind nicht zu verheimlichen, da das Sein sich in der Vielfalt gratis und frei hingibt. 


Die inhaltliche Spitze von Adrian's Aufsatz besteht darin, dass der selbe sexuelle Akt sowohl die einheitliche Bindung unter dem Paar wie auch die Möglichkeit der Geburt eines Kindes zu verbinden hat.  "If Balthasar is right, these two movements are not separate acts, but two irreducibly distinct ways of being the same act; they are the two dimensions of a single co-act" (S.6-7). Deswegen trennen Verhütungsmitteln, was nicht zu trennen wäre. In der Beibehaltung der Einheit zwischen der Pflege der Einheit von Mann und Frau und die Öffnung zu einem möglichen Kind würde sich das Paar einem "gemeinsamen Gut", und nicht einem "privaten" widmenn. Die Praxis der Verhütungsmittel wird dann von Adrian als ein Beispiel des "technokratischen Paradigma" (Papst Franziskus, Laudato si', 101) gesehen. Dadurch Adrian erklärt genau die Position der Humanae vitae und im Allgemeinen des Lehramtes von Paul VI, Johannes Paul II, womöglich auch von Benedikt XVI. Und in seinem  Erwähnen des technokratischen Paradigma auch von Papst Franziskus. Befinde ich mich mit meinem Plädoyer für die Aufwertung des sexuellen Triebs ausserhalb des Lehramtes der Kirche? 

Der Gehorsam gegenüber dem Lehramt der Kirche und besonders gegenüber dem amtierenden Papst betrachte ich als einen rationalen Akt und wenn auch meine Überlegungen rein philosophisch entstehen, d.h. im Ernstnehmen der Erfahrung, würde ich nie mit Luther oder jemandem anderen die Einheit der Kirche für meine Überlegungen in Gefahr bringen. Nun zur Sache: Balthasar hat sich irgendwo über die Nichttrennbarkeit der beiden Zielen des sexuellen Aktes lustig gemacht, in dem er auf die sinnvolle Liebe der Ehegatten nach der Menopause der Frau hingewiesen hat, deswegen bin ich nicht so sicher, dass Adrian recht hat, wenn er Balthasar für seine These zitiert. Ich bin dennoch sicher, dass die Pflege der sexuellen Beziehung (auch der homosexuellen Beziehung) immer die Kriterien eines freien, legalen (in einem Rechtsstaat) und Gratis Liebesaustausch  zu entsprechen hat. Sex ist zwar Trieb, aber wie die Bibel sagt ist auch "Erkenntnis", ein Kennenlernen nicht nur des eignen Selbst, sondern des Selbst des Anderen. 

Was die katholische Ehe anbelangt, denke ich, dass die zwei Dimensionen des sexuellen Aktes ("the procreative and unitive dimension") im Leben der Ehegatten eine Einheit bilden sollen, habe dennoch große Einwände über die Idee of "two dimensions of a single co-act"; der einzelne Akt kann und darf, wenn ich an meine Erfahrung denke, als zärtliche Erkenntnis des Anderen gelten, als ein Sich-hingeben im Vertrauen, dass der Andere auch mein Loslassen der Rationalität als Gabe empfinden kann: die Pflege des gegenseitigen Orgasmus hat in sich einen Wert. Ich darf dem Anderen vertrauen, auch wenn ich nichts mehr alles unter Kontrolle habe; in einer gewissen Hinsicht geht es wirklich um einen "kleinen Tod"! 

Was dem Benutzen von Verhütungsmittel, wie die Pille, die die Gesundheit der Frau gefährden, denke ich, dass wir nicht von dem technokratischen Paradigma, sondern von dem Sein als Gabe leiten sollten. Lucetta Scaraffia, die auch gegen die Pille ist, lässt uns nur bedenken, dass es eine sehr männliche Art und Weise zu denken ist, wenn man die konkrete Situationen nicht betrachtet, etwa die einer Frau in Afrika, deren Mann sich von keiner regulative Haltung in der Sexpraxis leiten lassen will und die ohne Pille womöglich in einer Gebärmaschine verwandelt wäre. Ferner würde ich jeglicher Diskurs, wie vernünftig er sein mag, nicht in einem absoluten und geschlossen System verwandeln wollen.

Der Wahrheitsmoment von dem was Adrian schreibt und das, was ihm wirklich wichtig ist, kann ich mit seinen Worten zusammenfassen (wir haben uns per Whatsapp unterhalten): "Der ganze Punkt, den ich in dem Artikel erkläre, ist, dass die Empfängnisverhütung dem guten Kontrollverlust im Genuss der Handlung im Wege steht. Ich plädiere für ein nicht-instrumentelles Verständnis von Sex - und sage, dass Empfängnisverhütung diese Gratuität im Hier und Jetzt zerstört. Das hat nichts mit Gebärmaschinen zu tun. Es ist wichtig, dies zu betonen, denn die Leute denken, dass man, wenn man gegen Empfängnisverhütung ist, für die Funktionalisierung des Geschlechts ist, während man für ein ungeteiltes leibgeistiges Dasein in der Umarmung ist. Es geht darum, das Sein als selbsttranszendierende Gabe zu verkörpern. Das andere Problem ist, dass es eine massive Tendenz gibt, Sex zu spiritualisieren und seine gesamte Bedeutung in Erfahrung und Absicht zu verlagern. Aber Sex ist inkarniert; es ist eine Art, die Verendlichungsbewegung (Ulrich) zu inszenieren. Das muss man sehen, bevor man über schwere Fälle nachdenkt." (im Wortlaut: The whole point I’m making in the article is that contraception gets in the way of the good loss of control in the enjoyment of the act. I’m arguing for a non-instrumental understanding of sex—and saying that contraception destroys that gratuity in the here and now. This has nothing to do with GebärmaschinenBut it’s important to stress this, because people think that, if you are against contraception, you are for functionalizing sex, whereas what you are for is an ungeteiltes leibgeistiges Dasein in der Umarmung. It’s about embodying being as self-transcending gift. The other problem is that there’s a massive tendency to spiritualize sex and relocate its entire significance in experience and intention. But sex is incarnate; it’s a way of enacting the "Verendlichungsbewegung" (Ulrich). This needs to be seen before we think about hard cases.)


Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator ,mit einer kleinen Revision von mir; die zwei PS sind auf deutsch geschrieben worden und mit dem Translator dann auf italienisch übersetzt.

Sul mistero dell'unità, della separazione e dell'abbandono in Dio (22.1.20)
Adrienne von Speyr, Discorsi polemici. Commento al Vangelo di Giovanni, capitoli 6-12, Einsiedeln 1949
Preghiera (io ho scelto questa, che è fondamentalmente quella che Ignazio di Loyola chiede di ripetere sempre all'inizio di una giornata di esercizi; il santo spagnolo ci tiene che la preghiera sia sempre la stessa, però per te che leggi non deve essere questa mia).
Da Te, o Dio, nostro Signore chiedo la grazia, che tutte le mie intenzioni, azioni ed tutti i miei interessi, siano ordinati semplicemente al Tuo servizio e per la gloria della Tua divina maestà e del Tuo divino amore.
Amen!
7, [29] "Io però lo conosco, perché vengo da lui ed egli mi ha mandato".
Testo greco: 29ἐγὼ οἶδα αὐτόν, ὅτι παρ’ αὐτοῦ εἰμι κἀκεῖνός με ἀπέστειλεν.
Le persone con cui Cristo "polemizza" non lo conoscono il Padre, che è la verità, ma Cristo lo conosce. Facciamo alcuni passi nel mistero dell'unità, della separazione e dell'abbandono di Dio. Anche solo per questo motivo Adrienne è stata sempre odiata dai "cristianisti", che amano più il cristianesimo che Cristo (R. Brague, per quanto riguarda la definizione di "cristianisti").
La separazione di Cristo dal Padre, per il fatto di essere stato inviato in questo mondo, non ha nessuna connotazione di estraneità. Il Figlio non viene mandato come si manda un estraneo per una certa missione: "ma in una separazione, che procede da un'unione eterna". Padre e Figlio sono il medesimo Dio, come a livello artistico è espresso nella Trinità della basilica minor di Wechselburg, in cui sopra l'altare, il pontile mostra un Padre ed un Figlio che sono entrambi giovani ed hanno gli stessi tratti del volto.
"Se ora ci sono alcuni misteri tra il Padre e il Figlio, questo per questo semplice motivo: perché la missione sia più perfetta, perché il Figlio come uomo reale possa vivere nel mondo e perché non continui a vivere in cielo"(Adrienne); le tante scene di preghiera solitaria nel Vangelo fanno vedere che ciò non scalfisce la loro unità oggettiva: mai! Senza questa separazione il Figlio non potrebbe soffrire davvero, sarebbe, afferma Adrienne, come uno stoico o un fachiro che sopporta una "procedura fisica", ma non avrebbe davvero sofferto, non avrebbe sofferto neppure come soffre un uomo con le sue paure di fronte a quattro mesi di chemioterapia. Senza questa "separazione" "la passione non toccherebbe l'intimità del suo spirito". Il Figlio si è separato dal Padre in forza della sua libera volontà ed in ciò si distingue, anche nella sofferenza, dagli uomini. Ma all'interno del compito (che svolge Cristo nel mondo;RG) la separazione sarà così compiuta, che egli come uomo non si ricorderà di come egli l'avesse prevista e voluta come Dio. Come uomo non lo sa più, perché come uomo non conosce più il Padre" (Adrienne).
La separazione diventa "abbandono", come ha mostrato ai bambini C.S. Lewis, nel secondo volume delle "Cronache di Narnia", un abbandono serio per una amore che è del tutto gratis e del tutto frustra. "La separazione, che finalmente è l'abbandono reciproco (!!!) si compie laddove ciò è richiesto dal compito" (Adrienne). La testimonianza che il Figlio da del Padre non é solo una questione di parole: tutto, i suoi discorsi, la sua sofferenza, la sua separazione, il suo abbandono danno testimonianza che Dio è Amore! Solo il Figlio che è senza peccato può dare questa testimonianza di amore gratuito radicale: il desiderio del Padre provato dal Figlio è così grande che il vuoto terribile che Egli prova (Dio mio, Dio mio perché mi hai abbandonato?) testimonia sub contrario la "necessità del Padre" - in questo senso ha ragione Benedetto XVI quando ha detto che la morte del Figlio è "pia". L'abbandono reciproco non è "rivolta": è qualcosa di ben più profondo. È amore gratis!
Questo ci permette di comprendere anche l'incompatibilità del pensiero di Adrienne con ogni forma di teologia "teocon". Padre, Figlio, missione, fede, vita eterna, etc. sono "verità in divenire" (Adrienne) e non blocchi dottrinali immobili. Non servono a fissare una dottrina immobile, ma a dare testimonianza di un amore che non si è fermato mai, neppure nell'abbandono più radicale e buio! Un amore che ci invita non alla passività, non solo al negativo evitare i peccati, ma ci invita a fare qualche passo nel mistero di questo Amore che discende, che è "in uscita" fino nel profondo dell'inferno!

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